Lieder vom Tanzen und Sterben (2017)

Paul Plut

Singer-Songwriter, Gospel, Acoustic

 

Nicht nur die großen Amerikaner wie Johnny Cash, Nick Cave oder King Dude können düsteren Folk spielen. Das beweist Paul Plut auf seinem ersten Solo-Album „Lieder vom Tanzen und Sterben“ in aller Eindringlichkeit.

Bereits vor offiziellem Albumrelease am 8. November 2017 in der Sargfabrik in Wien, gab es bereits die Möglichkeit, das Auszüge aus dem Machwerk live als Support von Matt Borroff zu genießen und sich so vorab überzeugen zu lassen. Wie denn wohl die so eindrucksvoll vorgetragenen Stücke auf CD sich anhören, stellt man sich die Frage. Und wird vom ersten Moment überzeugt.

Das düstere „Lärche“, welches inklusive Musikvideo auch auf YouTube zu bewundern ist, zieht den Zuhörer mit den klaren Gitarrenklängen, dem flüsternden Gesang, den Gospelrhythmen und dem wundervollen Arrangement sofort in die bitter-schöne musikalische Welt von Paul Plut. „Wovor fürchtest du dich? – Vor allem was gut ist in der Welt.“ Textlich werden Selbstmordversuche aufgearbeitet, was eben trotz der Schönheit der Musik durch den bitteren und bedrückten Gesang klar wird. „Wenn ich wiederkomme, schau das alles ist wie es war; der Stolz, der Neid, die falschen Hunde und wir.“ Eine Art Abrechnung mit der Kleinbürgerlichkeit am scheinbar idyllischen steirischen Land lässt sich im Lied „Sunn“ ausmachen.

Auch religiöse Motive kehren immer wieder, genauso wie die Thematik des Sterbens nicht nur des einzelnen sondern der gesamten Welt, wie in „Klatsch“. Dabei fällt die Geräuschkulisse wieder auf, welche nicht wie bei manch anderen Produktionen dem Computer entspringt, sondern aus diversesten Aufnahmen alltäglicher oder besonderer Geräusche besteht. Wer sich damit näher beschäftigen will, dem sei der Newsletter von Plut ans Herz gelegt, in dem er eben solche Geschichten eingehend erklärt und Demos zur Verfügung stellt.

Im Song „Erdn (Lagos)“ kommen dann beinahe erhebende Trompeten zum Einsatz, erinnernd an Morricone, durch die Endzeitstimmung aber auch an Bowie. Eine weitere wunderschöne Nummer ist „Kreis“, bevor das Album mit „Teifi“ das rauhe Ende setzt.

 

 

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